Im letzten Coaching-Blog ging es um die Themen Vision und Mission, und welche Bedeutung diese für Führungskräfte entfalten können. Aus Vision und Mission können im Coaching Ziele abgeleitet werden, die wiederum in Strategien und Maßnahmen übersetzt werden.

Manche meiner Coachingkunden haben das Problem, dass ihr Chef entweder keine Ziele oder Strategien hat, oder diese zumindest nicht mit seinen Mitarbeitern teilt. Für meine Kunden ist es dann auf den ersten Blick fast unmöglich, eigene Teil-Strategien zu entwickeln.

Zwei Wege führen dann zum Ziel: im Coaching kann beleuchtet werden, mit welchen Ansätzen der Vorgesetzte dazu bewegt werden kann, selbst eine Strategie zu entwerfen. Manchmal genügt dazu eine einfache Frage: „Was sind eigentlich Ihre Ziele und was ist Ihre Strategie, Vorgesetzter?“ Dann stellt sich schnell heraus, ob beides tatsächlich fehlt (selten), oder ob einfach nur schlecht kommuniziert wurde (wahrscheinlicher). Sollte tatsächlich eine übergeordnete Strategie fehlen, heißt das aber noch nicht, dass nicht Unter-Strategien gebildet werden können. Die allermeisten Unternehmen haben relativ klar erkennbare Ziele, aus denen  im Coaching mögliche Strategien abgeleitet werden können, die dann wiederum Unter-Strategien ergeben. Diese Strategien können dann im nächsten Bereichsleitungs- oder Abteilungsleitungs-Meeting vorgestellt werden, und meine Kunden sehen dann recht schnell, ob sich ihre Strategie in die (erdachte) Gesamtstrategie einreiht: nämlich dann, wenn ihre Chefs sich ihre Strategie unter den Nagel reißen und als ihre eigene ein Stockwerk höher verkaufen. Leider muss man in diesem Fall als Führungskraft seinen Stolz im Zaum halten. Aber zumindest ist man dann wieder zur effektiven Führung der eigenen Mitarbeiter befähigt.

Hamburg, im Juni 2016