Im Coaching von Führungskräften kommen wir oft zu dem Punkt, an dem wir feststellen, dass für eine effektive Führungsarbeit eine Vision nötig ist. Die Vision beschreibt dabei einen Idealzustand der Organisation, den es zu erreichen gibt. Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Visionen, und auf den ersten Blick wirken die allermeisten ausgesprochen banal. Nichtsdestotrotz sind Visionen für die Führungskräfte nützlich und nötig, um im Hamsterrad des Alltags nicht das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Im Coaching können Visionen daher sinnvoll einen Orientierungs-Ankerpunkt darstellen.

Visionen gibt es nicht nur auf der Über-Ebene der Organisation, sondern idealerweise auch auf den Hierarchieebenen darunter. Hier ist die „große“ Vision heruntergebrochen auf das jeweilige funktionale Teilgebiet. Idealerweise gesellt sich zur übergeordneten Vision auch noch eine Mission, in der kurz und prägnant beschrieben wird, wie die Vision erreicht werden soll.

Im Coaching mit meinen Hamburger Kunden stoßen wir dabei auf mehrere Knackpunkte. Viele Führungskräfte teilen nicht die großen Visionen ihres Arbeitgebers, weil diese zu großspurig und unrealistisch erscheinen. Im Gegensatz zu Zielen, die bekanntermaßen immer SMART formuliert sein sollen, dürfen Visionen aber durchaus das ganz große Rad drehen wollen. Im Coaching geht es dann oft um die Frage, wie für den eigenen Wirkungsbereich eine eigene Vision beschrieben werden kann. Idealerweise sollte die Vision auch noch so formuliert sein, dass sie nicht nur für die eigene Arbeit, sondern auch noch als Vision für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter greifbar ist. Hier arbeitet der Coach als Sparringspartner, der versucht, seinem Kunden die jeweiligen Perspektiven seiner Stakeholder zu verdeutlichen.

Hamburg, Mai 2016