Am 3.11. lief versteckt auf 3Sat eine interessante und gut recherchierte Dokumentation über Coaching. (Link zur Mediathek)

Die Sendung zeigte die verschiedenen Facetten der deutschen Coaching-Landschaft: vom seriösen Business-Coach über ein Outdoor-Teamwork-Führungscoaching bis hin zum Coaching-Schamanen. Zwischendurch kam auch die Wissenschaft zu Wort, die versucht zu erfassen, wie fundiert deutsche Coaching-Ausbildungen sind und wie der Mehrwert von Coaching in Euro gemessen werden kann.

Die Autoren beleuchteten kritisch vor allem die Coachingvarianten abseits des klassischen One-to-one-Coachings, das im Business-Kontext stattfindet. Mir persönlich fehlte dabei aber ein wesentlicher Aspekt: die Frage danach, warum Menschen eigentlich zum Coaching gehen. Das sollte wohl der Titel beantworten: der Coaching-Wahn. Zitat aus der Sendungsbeschreibung: „Die Arbeitsleistung steigern, Führungskompetenz entwickeln, neue Fähigkeiten einüben: Um berufliche Ziele zu erreichen, gilt Coaching als probates Mittel.“ Klingt für mich noch nicht nach Wahn. Und ein wesentlicher Punkt wird überhaupt nicht erwähnt: wieder zufriedener mit der Arbeit sein. Ich weiß, dass eine Fernsehsendung nie die ganze Bandbreite eines Themas abdecken kann, aber die Entscheidung, auf die Motivlage der Kunden zu verzichten, machte auch die Schlussfolgerungen der Autoren etwas mau. Denn wenn die eigentliche Aufgabe eines Coachings nicht unbedingt die Erhöhung des wirtschaftlichen Outputs eines Menschen ist, sondern seine eigene Zufriedenheit, dann ist auch gegen teure Coaching-Schamanen nichts einzuwenden: wenn es den Teilnehmern wirklich hilft.